
Die Besetzung des höchsten kirchlichen Amtes gehört zu den geheimnisvollsten und zugleich folgenreichsten Vorgängen. Keine andere Wahl wird weltweit so aufmerksam verfolgt wie jene des Papstes. Doch öffentlich sichtbar ist immer nur ein kleiner Ausschnitt: der Einzug der Kardinäle in die Sixtinische Kapelle, das Aufsteigen des Rauchs aus ihrem Schornstein und schließlich die öffentliche Präsentation nach erfolgreicher Wahl mit den Worten „Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus papam“ auf der Benediktionsloggia. Dabei wirkt sich die Wahl des Papstes nicht nur auf theologisch-kirchliche Entscheidungen, sondern auch auf politische Machtverhältnisse aus.

Am 29. April 2026 lud daher die Domschule Würzburg, das Akademienvorhaben „Die Formierung Europas durch Überwindung der Spaltung im 12. Jahrhundert“ und das Schelling-Forum zu einer Abendveranstaltung ein, um grundlegenden Fragen über die Papstwahl in Geschichte und Gegenwart nachzugehen. Der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Hubert Wolf zeichnete in seinem Vortrag nach, wie sich das Wahlverfahren der Päpste über die Jahrhunderte entwickelte und beleuchtete die politischen Dimensionen, die mit einer Wahl einhergehen.
Daraufhin gab der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Matthias Kopp, Einblicke in die jüngste Wahl von Papst Leo XIV., die er aus nächster Nähe miterlebte. Anschließend kam die Mediävistin Dr. Julia Becker mit den beiden Vortragenden ins Gespräch. Dabei diskutierten sie u.a. über historische Schlüsselmomente in der Papstwahlgeschichte, den Umgang mit neuen Medien im Vatikan sowie über die Bedeutung symbolischer Inszenierung von Konklaven.



